Der Golfspieler Justin Deibler startete seine Saison beim Turnier im österreichischen Haugschlag – zugleich ein erster echter Härtetest nach zwei intensiven Monaten mit seinem neuen Coach. Bereits zu Beginn zeigten sich deutliche Fortschritte in seinem Spiel.
Patrick Kopp neuer Trainer von Justin Deibler
Mein Name ist Patrick Kopp, Golftrainer in der PGA Premium Golfschule des GC Wörthsee.
Vor ein paar Wochen wurde mir die Ehre zuteil, Justin trainieren zu dürfen. Für einen Trainer ist es immer angenehm einen schon weit ausgebildeten Spieler zu bekommen, welcher schon ein sehr gutes Grundpaket an Fähigkeiten mit sich bringt.
Nachdem Justin von 6 Jahren Felix Eibl zu mir gewechselt ist, haben wir einige Dinge in Angriff genommen, um sie zu optimieren. Leider habe ich eine andere Ansicht, vor allem was den Golfschwung betrifft, wie es funktioniert. Ich versuche es jedoch immer auf eine logische und nachvollziehbare Art und Weise zu vermitteln, damit das Individuum es leichter aufgreifen und behalten kann.
Ich selbst spiele Golf seitdem ich 3 Jahre alt bin, habe alle Mannschaften im Golfclub Olching (bis zur 1. BL) gespielt und wurde dann Pro (PGT, Challenge Tour) bis mich eine Verletzung auf die Trainierschiene gebracht hat. Somit weiß ich, dass Justin 99% der Zeit auf sich allein gestellt ist und er lernen muss sich und sein Spiel besser zu verstehen, damit er sich selber helfen kann.
In den folgenden Zeilen werde ich versuchen Ihnen kurz und knapp die Dinge zu erklären, welche wir verändert haben, bzw. priorisieren:
Long Game:
Justin kam von sehr inkonstanten Treffern, meist dünn und der Ball flog schwach nach rechts. Somit bestand der erste Teil darin eine gerade, druckvolle Schlagfläche an den Ball zu bekommen. In Zahlen gesprochen: Eisen 7 Smash Faktor von 1,21-1,26 auf 1,40-1,47. Mehr Länge, einen stabileren Ballflug (vor allem bei Wind) und eine bessere Kontrolle über den Ball sollen sich hieraus entwickeln.
Um noch mehr Konstanz ins Lange Spiel zu bekommen haben wir uns um seine Füße und Körperachsen im Schwung gekümmert. Mehr Stabilität im Unterkörper (kombiniert mit mehr Bodenkräften – langfristig gesehen) und bessere Turningrates in seinen Körperwinkeln sollen helfen die Wiederholbarkeit zu erhöhen und den Ballflug zu begradigen. Weitblickend werden wir damit auch verschiedene Ballflüge ansteuern lernen. Aktuell schlägt Justin extrem gute Bälle mit einem 3 geteilten Schwung, den wir jetzt in eine flüssige Bewegung bringen.
Putten
Als zweiter wichtiger Part haben wir uns mit dem Putten beschäftigt.
Hier haben wir einiges gemacht:
- Neuer Putter
- Neue Griffhaltung
- Neues Alignment
- Eine neue Art über Putten zu denken
Resultat: Bessere Treffer, Besserer Roll, Bessere Visualisierung
Kurzes Spiel:
Hier haben wir nur Basics gemacht. Klare Gedanken definiert für die verschiedenen Situationen, um die jeweilige Aufgabe zu lösen. Hier war er aufgrund unterschiedlicher Aussagen von Felix sehr verwirrt. Eine klare Idee kombiniert mit einer guten Visualisierung sind hier das Wichtigste.
Im kurzen Spiel sprechen wir vor allem viel darüber, wie wir die Situation einschätzen und versuchen schneller auf die Lösung zu kommen, welche für Justin passend ist.
Performance:
Ein großer Teil meiner Arbeit besteht aktuell darin, mit den Spielern Gedanken, Bilder, Gefühle, Rhythmen oder Visualisierungen auf den Platz zu bringen, mit denen sie ihre Fähigkeiten zum richtigen Zeitpunkt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit abrufen können. Dies ist am Ende der entscheidende Faktor, um den Score auf den Platz zu bekommen.
Zusätzlich betreue ich die Justin auch auf dem Platz. Hier sprechen wir viel über die Einschätzung der Situation und die daraus resultierende Entscheidung. Ein paar Dinge haben wir hier schon erarbeitet, um hohe Scores zu vermeiden. Normalerweise hab ich ein Mindset von „Angriff ist die beste Verteidigung“, welche jedoch bei Golf-vor allem wenn man nicht gut drauf ist -nicht immer das Beste ist.
Aktuell ist das Ziel, simple und entspannt über die Runde zu kommen und die erarbeiteten Dinge umzusetzen.
Fazit des neuen Trainers
Ich hoffe Sie können die Situation somit etwas besser einschätzen, warum Justin und ich uns entschieden haben, nicht nach Ägypten zu fliegen und uns die Zeit zu nehmen die oben beschriebenen Dinge weiterzuentwickeln, einzutrainieren und zu festigen.
Selbst habe ich damals versucht Turnieren und Ranglistenpunkten hinterherzulaufen und habe 3 Tage nach meinem Bandscheibenvorfall Turniergolf gespielt. Ohne Erfolg und der Anfang einer Abwärtsspirale: Immer mit dem Gedanken „Ich muss Punkte sammeln“
Ich lege den Fokus auf eine langfristige Entwicklung, welche meiner Meinung eine gute Basis braucht. In den letzten Wochen haben wir diese aufgebaut und sind dabei sie zu festigen.
Justin macht sein Training gewissenhaft und bekommt regelmäßig Aufgaben, bzw. definieren wir, wie er sein Training zu gestalten hat, um den Prozess zu beschleunigen.
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